PSE führt Fernunterricht ein : Pour un Sourire d'Enfant

PSE führt Fernunterricht ein

Ein Lehrer hält eine Unterrichtsstunde, die gefilmt und online übertragen wird

Seit dem 23. Februar ist unsere Schule aufgrund einer Epidemie in Kambodscha geschlossen. Es kommt aber nicht in Frage, den Unterricht ausfallen zu lassen!

Um die Beziehung mit den Kindern pflegen, die Schuldynamik aufrechtzuerhalten und Schulabbrüche zu vermeiden, hat das pädagogische Team von PSE mit Unterstützung des Sozialteams den Fernunterricht eingerichtet. Online-Kurse werden für die Schüler:innen unserer Förderschule und unserer Berufsausbildungsprogramme angeboten. PSE leiht ihnen dazu Smartphones aus, inklusive Guthaben für Internetverbindung. 

Phot Haia während eines Online-Kurses

Phot Haia, 28 Jahre alt, arbeitet seit mehr als zwei Jahren bei PSE als Mathelehrer für Schüler:innen in unserer Förderschule, die es ihnen ermöglicht, zwei Klassenstufen in einem Jahr aufzuholen. Da in Kambodscha Schulen aufgrund der epidemiologischen Lage immer wieder geöffnet und geschlossen werden, musste sich Phot Haia, wie alle PSE-Lehrpersonen, anpassen. Er erzählt, wie er seit der Schließung der neuen Schule seine Lehrmethoden geändert hat, um aus der Ferne zu unterrichten, von seinem Computerbildschirm aus. 

Nach einem Test mit 60 Schüler:innen in unserer Förderschule ist es unser Ziel, dass bis Ende April 300 Schüler:innen von den Online-Kursen profitieren. Bis Juni erwarten wir, dass 700 Kinder von dem System profitieren werden, das ist die gesamte Schülerschaft unserer Förderschule.

Anpassung für die Einführung von Online-Kursen

Die PSE-Lehrpersonen mussten sich auf den Online-Unterricht einstellen, wie Phot Haia bezeugt. "Jeden Tag leite ich Online-Unterricht, den die Förderschüler:innen live auf Facebook verfolgen. Während des Unterrichts interagiere ich mit meinen Schüler:innen, die mir ihre Fragen schriftlich zukommen lassen können. In der Praxis unterrichte ich in meinem gewohnten Klassenzimmer, aber vor leeren Sitzen und meinem Smartphone", erklärt der junge Lehrer. Mit ihm prüft ein anderer Lehrer, ob die Kinder verbunden sind und hilft denen, die technische Probleme haben.

Die Schüler:innen haben einen strikten Zeitplan zu befolgen, abhängig von den Fächern, die sie belegen, mit zwei Stunden Online-Unterricht am Morgen und zwei Stunden am Nachmittag. Dazwischen arbeiten sie selbstständig mit Übungen und Lektionen, die sie lernen müssen. 

Die PSE Lehrerschaft hat einen Unterrichtsplan erstellt, damit jede Lehrperson ihre Fernunterrichtsstunden so gut wie möglich organisieren kann. "Jeden Tag unterrichte ich über Facebook, zwischen 8 und 9 Uhr morgens", erklärt Phot Haia. "Und um so effizient wie möglich zu sein, muss ich mich vorher gut vorbereiten: Für jede Lektion schreibe ich einen sehr detaillierten Plan und bereite eine Power-Point-artige Unterstützung vor, die ich mit meinen Schüler:innen teile. So haben sie eine schriftliche Unterstützung, auf die sie sich während des Unterrichts verlassen können. Um dann zu überprüfen, ob die Schüler:innen die Lektion gut verinnerlicht haben, organisiere ich einmal im Monat einen Test, der mir zeigt, ob ich eine Lektion wiederholen muss."

Ein für alle Kinder geeignetes System

Um sicherzustellen, dass alle Kinder Zugang zum Unterricht haben, hat die Lehrerschaft das System der Hausaufgabenverteilung für Schüler:innen ohne Internetzugang wieder eingeführt, welches bereits während der ersten Schulschließung im März 2020 verwendet wurde. 

"Lektionen und Übungen werden den betreffenden Schüler:innen zu Beginn der Woche zugeschickt. Wir sammeln sie dann am Ende der Woche ein, um sie zu korrigieren und ihnen ein schriftliches Feedback zu geben", erklärt Phot Haia.

Zwei PSE-Kinder belegen Online-Kurse

"Uns ist klar, wie viel unsere Schüler:innen davon haben wollen."

"Mit den Fernkursen können wir den Erfolgswillen unserer Schüler:innen wirklich sehen! Denn trotz der Schwierigkeiten, auf die sie stoßen, und der besonderen Lernbedingungen, die alles andere als optimal sind, kann ich versichern, dass sie wirklich ihr Bestes geben... ", sagt Phot Haia.

In der Tat haben die Schüler:innen mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen: Probleme mit der Internetverbindung oder ein einziges Smartphone für alle Kinder einer Familie. Aber für den jungen Lehrer besteht die größte Schwierigkeit darin, die Schüler:innen zu motivieren, den Kursen aus der Ferne zu folgen. "Einige verbinden sich nur während des Anrufs und trennen die Verbindung, sobald ich sie als anwesend markiere. Andere geben ihre Hausaufgaben nicht pünktlich ab", erklärt er. "Wir müssen also mehr und mehr Lösungen finden, um dieses Risiko des Schulabbruchs zu mindern! "

Trotz dieser Risiken, die von der PSE Lehrerschaft sehr ernst genommen werden, sieht Phot Haia auch positive Punkte im Fernunterricht. "So können sie Autonomie gewinnen und lernen, sich selbst zu organisieren, auch wenn es nicht jeden Tag einfach ist. Der andere Vorteil ist, dass ich mehr mit den Eltern und Erziehungsberechtigten meiner Schüler:innen kommuniziere: Da wir sie um ihre Hilfe bitten, sind sie viel stärker in die Schulbildung ihrer Kinder eingebunden als früher! ".

Seit Ende April herrscht in Phnom Penh ein strenger Lockdown. Die Lehrpersonen unterrichten ihre Klassen weiterhin online von zu Hause aus, wenn möglich.